HISTORY

Rallye Europameisterschaft 1968
Rallye Vltava (CS) 05.-07.07.1968

Foto © M. Callewaert
Alpine Renault beteiligte sich 1968 im Rahmen der Rallye Europameisterschaft an diversen Meisterschaftsläufen. Die Rallye Monte Carlo, die Rallye San Remo und die Rallye Wiesbaden waren absolviert und die Werkspiloten Vinatier, Piot, Larousse und Co. konnten top ten Resultate einfahren – ein Sieg jedoch stand noch aus. Die vom 05.-07.Juli 1968 ausgetragene Rallye Vltava (CS) wurde vom Werk mit 2 Berlinetten vom Typ A110 1300S beschickt. Die 4712GE76 erhielt die Start Nr. 8 und war besetzt mit dem Team Jean Vinatier / Marcel Callewaert – beide stehen neben ihrem Fahrzeug.

Foto © Le Tahitien
Die Rallye Vltava (CSSR) brachte den ersten Saisonerfolg in Rahmen der Rallye Europameisterschaft 1968. Das Team J. Vinatier / M. Callewaert führte die 1300S mit dem Kennzeichen 4712GE76 bei Ihrem Rallyedebüt auf den ersten Gesamtrang.
Foto © M. Callewaert
Foto © M. Callewaert
Foto © M. Callewaert
„Die blauen Reiter“ - Jean Vinatier, Jean-François Piot , Marcel Callewaert & Jean Todt im Gespräch.
Foto © Le Tahitien
Foto © Le Tahitien

HISTORY

Alpine im Alpenland

Foto © Carlo Alberto Gabellieri
Zur Präperation Ihren 1300er Gordini Antriebsaggregats, wandte sich Roser an CONRERO in Italien. Das Foto zeigt seine Berlinette in einer Pause anlässlich Testfahrten auf dem „Circuit del Mugello“.

…3-2-1-go!

Von 1967 – 1971 war Roser Mitglied im „BOSCH RACING TEAM VIENNA“. Er hielt seine Rallye- Erfahrungen in dem von ihm geschriebenen Büchlein …3-2-1-go! fest.

1000 Minuten Rallye
18.-20.10.1968

Die erste Rallye mit Sonderprüfungen führte als „1. Internationale Grenz-Rallye der 1000 Minuten“ über 900 km durch Niederösterreich. Da die Soll-Fahrzeit 998 Minuten ergeben hatte, entstand der Name „1000 Minuten".
Foto © TMW
Roser / Loibnegger führten deutlich in der Gesamtwertung, bevor sie aufgrund eines Navigationsfehlers die Straße verlassen mussten. Eine gebrochene Windschutzscheibe warf sie auf den 3. Gesamtrang zurück, der Sieg in der Klassenwertung bis 1300ccm blieb ihnen erhalten.

Rallye München-Wien-Budapest 1969





Foto © McKlein

Während Roser mit seiner 1300er Berlinette schnell unterwegs war, zerlegt Thérier als Gesamtführender seine 1300er auf der 12km langen Sonderprüfung Vérteskozma in Ungarn und muss die Rallye aufgeben.
Auf drei Sonderprüfungen lässt Roser den großen Jean Vinatier hinter sich und erlangte so den Status des „schnellsten Privatfahrer Europas“.

Foto © TMW

Der Wiener Walter Roser (1932-1998), seines Zeichens österreichischer Staatsmeister 1968 auf Renault 8 Gordini, übernahm Mitte 1968 die 4712GE76 und erhielt einen Vertrag als Semi-Werksfahrer von Alpine Renault.
Nicht zuletzt aufgrund seiner Profession als Parfümvertreter war er sehr oft in Frankreich zugange und unterhielt mitunter sehr gute Kontakte zum Alpine Werk in Dieppe. Alain Ducharne war zur damaligen Zeit bei Alpine die verantwortliche Person, wenn es um den Verkauf von Fahrzeuge in die Ostblockländer ging. Ducharne vermittelte Roser die Ex-Alpine von Vinatier und schon in 1968 sollte er den einen oder anderen Erfolg mit dieser Berlinette einfahren.
Foto © …3-2-1-go!
Foto © TMW
Foto © alpineLAB
Leopold Mayer sowie Walter Roser am Volant, nahmen die 3-Städte Rallye 1969 gegen illustre Konkurrenz in Angriff. Das Equipe Tricolore schickte die Teams Thérier / Callewaert sowie Vinatier / Roure ins Rennen – beide ebenfalls auf A110 1300S. Roser ändert das französische Kennzeichen der 4712GE76 auf 2575AL92.
Foto © Rolf Schmidt
„quel Malheur“ - Schlamperei brachte den Sieg für Roser / Mayer. Vinatier / Ruore stempelten am Ende einer Sonderprüfung zu früh und erhielten 2 Minuten Strafzeit. Roser / Mayer kassierten lediglich eine Minute. Trotz Protest der Equipe Tricolore - der Gesamtsieg ging ins Alpenland.
Georg Koltay, ex-1300S Pilot Nach dem Sieg bei der Drei-Städte Rallye München-Wien-Budapest 1969, fand die 1300S ihren Platz auf dem Stand von Renault auf einer uns unbekannten Automobilmesse ausgestellt.

Nachdem Walter Roser nach vielen Erfolgen in der Saison 1968/69 die 4712GE76 gegen eine leistungsstärkere 1600S tauschte, gelangte die 1300S in die Hände des Österreichers Georg Koltay. Auch er bewegte diese Berlinette sehr erfolgreich, vornehmlich auf Rallyepisten im Alpenland. Stolz posiert er hier mit einer errungenen Tropähe vor einem Bild seines ehemaligen Rallyefahrzeuges. Nachstehende Fotos zeigen Koltay während der internationalen Rallye der 1000 Minuten 1970.

Weitere zwei professionelle österreichische Rallyepiloten sollten später mehr oder minder erfolgreich in das Volant der ehemaligen 4712GE76 greifen, bevor diese dann in Privatbesitz diverser Hobbypiloten gelangte.

Foto © TMW
Foto © TMW

Int. Rallye der 1000 Minuten 1970


Foto © TMW

SAR

search & rescue

Nur noch ein Bild des Jammers bot die ehemalige Werksalpine, nachdem sie in Wien zum öffentlichen Straßenverkehr zugelassen, schwer verunfallt war. Dies bedeutete das entgültige aus für diese spezielle Berlinette und selbige sah nun einem ungewissen Schicksal im Alpenland entgegen. Recherchen ergaben, dass das schwer verunfallte Fahrzeug im Laufe vieler Jahre durch die Hände von mindestens einem halben Dutzend Liebhabern gereicht wurde, ohne dass sich einer dieser der Wiederherstellung des Fahrzeuges angenommen hätte.

Leider begab es sich zu dieser Zeit, dass der eine oder andere Besitzer kleine Souvenirs des Fahrzeuges einbehalten hatte, bevor selbiges an den nächsten Besitzer weiter veräußert wurde. Wichtige kleine Details kamen so dem Fahrzeug auf diese Weise abhanden und schlummern wohl noch heute in den Schränken der damaligen Besitzer.

Wir möchten daher die Gelegenheit nutzen und einen zugegeben ungewöhnlichen Aufruf starten. Eben jene Vorbesitzer, welche noch im Besitz solcher Originalteile sind und sich angesprochen fühlen, möchten wir auf diesem Wege herzlich bitten, sich mit uns in Verbindung zu setzen. Diese Berlinette trug die Chassis Nummer 10572 sowie die Karosserie Nummer 1148.

Gerne würden wir das Fahrzeug mit den Originalteilen komplettieren und bekunden hiermit unser Interesse an denselben. Eine unkomplizierte Abwicklung nebst Wertausgleich sichern wir selbstverständlich zu.

Restauration

blood, sweat & tears

Wir konnten das verunfallte Fahrzeug erwerben und es einer Totalrestauration zuführen. Obige Collage vermittelt einen kleinen Eindruck über den Verlauf des Restaurationsprozesses.

Back On Track

Das Fahrzeug präsentiert sich nun im Dekor des Siegerfahrzeuges der Rallye Vltava 1968 (CS). Es ist ausgestattet mit allen Optionen, die das Werk in 1968 einer Werks-Berlinette vom Typ 1300S zuteil werden lies.

Neben dem klassischen Erscheinungsbild dieser Berlinette, erlauben nun das geringe Leistungsgewicht als auch der drehfreudige 1296ccm Gordini Motor Fahrleistungen und Fahrspaß auf höchstem Niveau. Eine extrem leichte Karosserie mit kleinen Hauptscheinwerfern, einen Fronttank sowie einen Zentraltank aus Aluminium hinter den Sitzen, lange Zierleisten über den hinteren Kotflügel sowie klassische Delta Mic Bi-Metall Felgen waren charakteristisch für eine Werks-Berlinette aus dem Jahre 1967/68.




Bilderbuch

A110 1300S works 1968 im Detail

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