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In unserem Blog informieren wir über Aktivitäten, Veranstaltungen und Neuheiten.
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01.04.2014
RM Auctions Monaco 09-10.Mai 2014
ALPINE Protoyp M64 (#1711) wird versteigert

Es passiert nicht alle Tage, dass eine ehemaliger ALPINE Prototyp unter den Hammer kommt - jedoch Anfang Mai 2014 ist es wieder einmal soweit. Eine ALPINE M64 soll einem neuen Besitzer zugeführt werden und soll im Rahmen des "Grand Prix Monaco Historique" auf der RM Auktion versteigert werden.

Wer die Fotos auf der RM Webseite aufmerksam betrachtet stellt fest, das das Fahrzeug nicht fahrbereit ist. Zudem fällt sofort auf, dass dieser Prototyp in einer Farbe lackiert wurde, welche sicher nicht als "period conform" bezeichnet werden kann. Weshalb diese zweifellos interessante M64 fälschlicher Weise die Heckpartie einer M64 trägt, bleibt aufgrund der (noch) fehlenden Beschreibung auf der Seite von RM Auctions ebenfalls unklar.


Eine interessante Historie hat sie allemal - namhafte Fahrer wie Roger Deleganeste oder Jaques Cheinisse haben diese M64 in Le Mans, Reims und Monthléry pilotiert.

Auf den zukünftigen Besitzer wartet jedoch noch sehr viel Arbeit. Das Gitterrohr-Chassis befindet sich seit der Herstellung des Fahrzeuges 1964 unrestauriert im Fahrzeug und wurde im Zuge der bisherigen "Restauration" nicht entfernt. Sicherlich verbergen sich dort im Hinblick auf Haarrisse und Korrosion eventuell Überraschungen der ganz besonderen Art, die es mit großem Aufwand zu beseitigen gilt. Logischer Weise hätte dies zwingend vor der finalen Lackierung einer solch seltenen Perle erfolgen müssen, was jedoch scheinbar nicht geschehen ist. Für uns erweckt es ein wenig den Anschein, dass die Braut für die Hochzeit in Monaco lediglich etwas hübsch gemacht wurde, um ein bestmögliches Auktionsergebnis zu erzielen.

Dennoch - zum Schnäppchenpreis wird diese M64 sicher nicht an den Mann gehen. Zu selten und zu speziel ist dieser Fahrzeugtyp und die damit verbundene "Palmares" des Fahrzeuges. Sicher wird sich ein kapitalkräftiger Kenner und Liebhaber der Marke diese Gelegenheit nicht entgehen lassen und diese M64 bald sein eigen nennen können.

Jedoch - Vorsicht und Bedacht sind trotzdem angebracht, bevor vielleicht zu vorschnell während der Autkion die Hand gehoben wird. Die Restauration wird hunderte Arbeitsstunden und nochmals zig-tausende Euro`s oder Dollars verschlingen, bis diese M64 dann hoffentlich "period conform" auf Events wie Le Mans Classic eines Tagens zu sehen sein wird.

Nichts desto trotz erwarten wir nicht zuletzt aufgrund des anhaltenden Aufwärtstrends der aktuellen Auktionsergebnisse für historische Rennwagen einen Verkaufserlös am oberen Ende, zwischen 250-320.000,-- Euro.


 

Weitere Informationen: https://www.rmauctions.com/lots/lot.cfm?lot_id=1066212

16.03.2014
"LE BOZEC" Aero Accessories
L.B. - die magische Marke

Obwohl der Name „LE BOZEC“ in Frankreich als Hersteller von Zubehörteilen auf dem Bereich „aviation fluid control systems“ einen beachtlichen Ruf genießt (Übernahme durch Donaldson Co./Frankreich in 2005), dürfte er nur wenigen Alpine Besitzern geläufig sein. Weshalb auch, ist die Berlinette doch in den allermeisten Fällen dem Fahren auf vier Rädern vorbehalten und hat selbige recht wenig mit einem Flugzeug zu tun.

Dennoch lohnt es sich, insbesondere bei den „S“-Versionen der Alpine A110 genauer hinzuschauen. In nahezu jeder Berlinette welche das „S“ in ihrer Typbezeichnung trägt und vor 1973 produziert wurde, verbirgt sich ein Produkt der Firma „LE BOZEC“.
 
LE BOZEC & GAUTHIER

1920 gründeten die Franzosen Leon Le Bozec und Georges Gautier das gleichnamige Unternehmen, welches sich mit der Konstruktion, Entwicklung und Herstellung von Kraftstoff Zuführ- und Filtersystemen sowie Verschluß- und Kontrollsystemen für Kraftstoffe und hydraulische Flüssigkeiten befasste.

Vornehmlich kamen die Produkte der Firma LE BOZEC in Flugzeugen und Helicoptern französischer Hersteller wie z.B. der Alouette zum Einsatz.
L.B. - Verschlußdeckel Kühlwassersystem

Zugegeben - ein auf den ersten Blick banal anmutendes Zubehörteil einer mit Frontkühlung ausgestatteten 1300S oder 1600S. Doch weit gefehlt - der in einer Messing-Gußlegierung hergestellte Verschlussdeckel des Kühlwassersystems besticht durch schlichte Eleganz.
L.B. - Verschlußdeckel Kühlwassersystem

Auf der Innenseite des Deckels ist des Logo des Herstellers L.B. sowie die entsprechende Teilenummer sichtbar
L.B. Kühlwasser System Verschlußdeckel A110 1300S / 1600S & 1800

Vielen Fahrzeugen ist im Laufe der vergangenen Jahrzehnten dieses bemerkenswerte Einzelteil verlustig gegangen und wurde meist durch eine mehr oder minder unschöne mechansich gefertigte Alternative ersetzt. Wir legen allergrößten Wert auf die Präsenz dieses bemerkenswert schönen Originalteiles und planen eine originalgetreue Reproduktion. Schon in Kürze wird selbiger Messingdeckel Bestandteil unseres Teileprogramms sein
L.B. - Verschlußdeckel Kühlwassersystem A110 1800

Eine aufgelötete M8 Mutter diente den ALPINE-Mechanikern als Hilsmittel für ein schnelles öffnen und schliesen des Verschlußdeckels an den 1800er Werksalpines
L.B. - Verschlußdeckel Kühlwassersystem A110 1800

Messing Einfüllstutzen Kühlwassersystem mit "L.B." Verschlußdeckel A110 1800 "usine"
L.B. - Umstellhahn Kraftstoffzufuhr A110 1300S "usine"

Wettbewerbsfahrzeuge vom Typ 1300S in Werksausführung waren meist ab Werk zur Überbrückung langer Verbindungsetappen mit 2 Kraftstofftanks ausgestattet. Zur Bewältigung derselben ohne Tankstop sowie zur Anwahl des jeweilig gewünschten Tanks, diente dieser formschöne Umstellhahn
L.B. - Verschlußdeckel Kraftstoffsystem A110 1800 "usine"

Nur den reinrassigen Wettbewerbsfahrzeugen mit Zentraltank ab Baujahr 1968 war es vorbehalten, diesen formschönen und fast schon legendären Kraftstoff-Verschlussdeckel zu tragen. Verborgen unter einer Tankklappe aus Aluminium am rechten hinteren Kotflügel einer Wettbewerbs-Berlinette, war er fester Bestandteil der Kraftstoff-Tankanlage. Ursprünglich konizpiert für den französischen Helicopter "ALOUETTE", bedienten sich die Konstrukteure aus dem Hause ALPINE am Fertigungsprogramm der Firma
"LE BOZEC", um eine sichere Be- und Entlüftung sowie eine schnelle Verschlußfunktion des Zentraltanks zu gewährleisten
L.B. - Verschlußdeckel Kraftstoffsystem A110 1800 "usine"

Omnipräsent auf allen Produkten - das L.B. Logo der Firma "LE BOZEC"
L.B. Produkte

Auf einen Blick - alle "L.B." Produkte, welche in einer Alpine A110 Verwendung finden

18.02.2014
Werner Brendel - Deutscher Bergmeister 1969
1300S Werksalpine am Bergrennen Hohen Neuffen am 28.09.1969
Alpine Freunden, welche die „Alpine-Bibel“ alpine-blau-gewinnt ihr Eigen nennen, wird der Name Werner Brendel nicht unbekannt sein. Mit seiner privaten, gelben 1300S bestritt er im Jahr 1969 die Deutsche Bergmeisterschaft, bei welcher er letztendlich nach allerlei Querelen und Protesten als Gesamtsieger hervorging. Hierzu jedoch später mehr.

Unser Augenmerk soll heute einer sehr speziellen Berlinette gelten, welche Werner Brendel beim letzten Lauf zum Bergpreis in Neuffen gefahren hat. Es handelte sich um eine 1300S Werksalpine mit dem französischen Kennzeichen 2041 GG 76, welche ab Werk konsequent auf Leichtbau getrimmt wurde. Werkspilot Gerard Larousse hatte dieses Fahrzeug bereits beim Bergrennen „Chamrousse“ und „Mont Dore“ im Jahre 1968 pilotiert.
Auf der nachfolgenden Fotostrecke fallen sofort die beiden großen Hauptscheinwerfer, als auch die beiden fehlenden Fernscheinwerfer auf. Ein ungewöhnlicher, aber auch spezieller Anblick - jedoch nicht ganz fremd, hatten doch die frühen 1100er „Tour de France“ Modelle eine ähnliche Optik. Ausgestattet waren diese frühen „Tour de France“ Berlinetten jedoch mit kleinen Hauptscheinwerfern und der Karosserieform aus der 1. Baureihe.

In 1968 überarbeitete Alpine das Polyesterkleid der A110 und eine komplett neue Form für die Herstellung der Karosserie mit allerlei Veränderungen kam zum Einsatz. Kennzeichnendes Merkmal für diese 2. Baureihe waren von da an die deutlich größeren Hauptscheinwerfer und zwei zusätzlicher Fernscheinwerfer, sowie einige weitere scheinbar unauffällige Detailänderungen an Kotflügelfalzen, Türschwellern, der B-Säule, der Bodengruppe und des Armaturenbretts, welche allesamt einer Neugestaltung unterworfen wurden.

Umso ungewöhnlicher mag es nun erscheinen, das Alpine im Jahre 1969 bei dieser speziellen 1300S Werksalpine wieder zur „alten“ Optik zurückgekehrt war. Der Grund hierfür lag an der konsequenten Leichtbauweise dieses Fahrzeuges – es wurde konsequent auf unnötigen Ballast verzichtet. Das Fahrzeug erhielt zudem ein superleichtes Polyesterkleid, alle nicht tragenden Teile wie Türen, Hauben und Dach wurde mit nur einer Lage Glasfasergewebe (450Gr./qm) gefertigt. Bei genauem Betrachten der Fotos kann man erkennen, dass Türen und Hauben Einfallstellen und Wellen zeigen, welche auf eine hauchdünne Außenhaut der Karosserie schließen lassen. Das Gesamtgewicht dieser 1300S lag 40kg unter dem Homologationsgewicht von 605kg, wie uns Werner Brendel versicherte. Um das Homologationsgewicht zu erreichen musste Brendel auf der Beifahrerseite Gewichte von ca. 40kg befestigen, um eine Startberechtigung zu erhalten. Da Brendel selbst nur 58kg auf die Waage brachte, ergab sich aus dieser Paarung eine Fahrer / Fahrzeug Kombination, welche im Bezug auf das Gesamtgewicht zu der Leichtesten im Starterfeld zählte.

Lediglich 3 Anwärter auf die Deutsche Bergmeisterschaft in der GT-Klasse bis 1300ccm hatten Chancen, beim letzten Lauf am Hohen Neuffen nach der Krone zu greifen. Gerhard Schüler (Ford Escort), Karl-Heinz Trettau (Fiat Abart 850) sowie Werner Brendel (Alpine A110 1300S). Speziell Ford versuchte mit allen Mitteln die Meisterschaft zu erringen und das Gerücht kursierte, dass sechs von Ford „gekaufte“ Alpine Fahrer gegen Brendel am Start sein sollen. Selbst der ungeschlagene Schweizer Meister Georges Theiler wurde von Ford gegen Brendel aufgeboten, um ihm die Meisterschaft streitig zu machen. Brendel sah diesem Treiben nicht untätig zu und verlangte von ALPINE ein leistungsstärkeres Fahrzeug. Die Konkurrenz staunte nicht schlecht, als zum Training ein ALPINE Transporter aus Frankreich vorfuhr, welcher eine 1300S Werks-Berlinette beherbergte, welche leistungsstärker und zudem 40kg leichter war als Brendels private 1300S.

Im Training aber kam Werner Brendel mit dem Werkswagen nicht zurecht. Die Leistung fiel schon bei 7.000 U/Min. wieder ab und auch das Getriebe passte nicht zur Bergstrecke am Neuffen. Kurzerhand wurde über Nacht Motor und Getriebe von Brendels privater 1300S in die Werksalpine verpflanzt. Selbigen Werksmotor hatte Brendel sich zum Bergrennen am Schauinsland vom ALPINE Werk besorgt, welcher sich dehmomentstark und optimal für den Einsatz am Berg bewährt hatte.
Die in der Werksalpine eingebauten Aggregate erhielt Clubkamerad Thomas Betzler, welcher damit ebefalls überhaupt nicht zurechtkam und später mit Getriebedefekt sehr weit zurück fiel.

Zum showdown am Neuffen waren dann nur noch einige wenige, der von Ford „gekauften“ Alpine Fahrer am Start – lediglich 2 Franzosen, zwei Deutsche und ein Schweizer wollten Brendel das Siegen vermiesen. Wie uns Brendel erzählte, fuhr er Im Training meist nicht am Limit das machbaren, sondern blieb meist ca. 500 U/Min. unter der max. Leistungsgrenze seines Motors, um nicht schon im Training der Konkurrenz sein ganzes Potential zu offenbaren. Mit eigenem Motor und Getriebe fuhr er dann im Rennen wesentlich schneller als im Training und konnte den schnellsten Franzosen Lefevre, ebenfalls auf Alpine um 8/10 Sekunden distanzieren.
Ford legte in 13 Punkten Protest gegen die Berlinette von Brendel ein, welcher jedoch von der ONS abgelehnt wurde. Das Fahrzeug von Brendel war in allen Punkten wettbewerbskonform. Werner Brendel wurde als Deutscher Bergmeister 1969 in der GT-Klasse bis 1300ccm bestätigt, erklärte jedoch sichtlich genervt ob all der Querelen: “…unter diesen Voraussetzungen werde ich keine weitere Meisterschaft mehr fahren“.

Die Schilderungen von Werner Brendel als auch die spezielle Ausführung dieser Berlinette motivierte uns, das Schicksal dieser Werks-Berlinette zu ergründen und nach dem Verbleib des Fahrzeuges Ausschau zu halten.
Unsere Recherche führte uns zum heutigen Besitzer dieser 1300S, welcher uns über den aktuellen Zustand des Fahrzeuges in Kenntnis setzte. Leider erging es dieser ehemaligen Werksalpine nicht sonderlich besser, als den allermeisten ausgemusterten Rennfahrzeugen zur damaligen Zeit. Ende der siebziger Jahre, als die Alpine A110 nicht mehr konkurrenzfähig war und kaum jemand an einem solchen Fahrzeug Interesse zeigte, erlag auch diese Berlinette einer wahren Metamorphose und wurde hoffnungslos modifiziert. Zudem wurde sie auf Rallye Pisten hart rangenommen, was der filigranen Karosserie den Rest gab. Fragmente des Originalfahrzeuges sind noch vorhanden und man darf gespannt sein, ob der aktuelle Besitzer diese spezielle 1300S Werksalpine wieder zum Leben erwecken wird.



 

11.02.2014
Retromobile Paris 05.-09.Februar 2014
Alpine-Sonderausstellung zu Gedenken an Jean Rédélé
 
ALPINE Le Mans Prototypes M63 / M64 / A210 / A211 aus der Sammlung von Jean Rédélé
A110 1300S "usine" (L.+R.) und A110 1440 prototype "ecrou central" (Mitte)

Trotz der Sprachbarriere gab es kaum Verständigungsprobleme. Innerhalb der großzügigen ALPINE Ausstellung trafen wir
Dr. HITHOSHI KATO (links) aus Japan, welcher als Liebhaber und Sammler von ehemaligen Wettbewerbsfahrzeugen der Marke ALPINE bekannt ist. Mit seinem A210 Le Mans Prototyp war er unter anderem schon einige Male bei den 24h von Le Mans Classic am Start.

MARC OLLIER (Mitte) ist eine bekannte Größe in Frankreich, wenn es darum geht eine Berlinette oder einen Le Mans Prototyp originalgetreu wieder herzustellen. Seine "GARAGE OLLIER" in Carqueiranne zählt zu einem der Top Restaurations-Fachbetriebe in Frankreich. Er ist ein wahrer Alleskönner und bekannt für seine detail- und originalgetreuen Restaurationen. Wir besuchten MARC OLLIER in seiner Werkstatt im Sommer 2012 und waren restlos begeistert von seinen Fähigkeiten und seiner "Passion ALPINE". Insbesondere die hervorragende Qualität der Polyesterteile für alle Ausführungen der A110 ist beispiellos und sucht ihres gleichen.
RCD - Racing Car Diffusion
Es ist immer wieder ein Genuss, den Stand von J.-F. de Brecey in Augenschein zu nehmen. Viele Raritäten und Original- sowie Spezialteile für ALPINE Klassiker warten hier auf ihren neuen Besitzer. Kaum ein Alpine Besitzer, welcher ein ehemaliges Wettbewerbsfahrzeug sein Eigen nennt, kann auf das umfangreiche Angebot von Originalteilen von J.-F. de Brecey verzichten.

10.02.2014
ARTCURIAL Auktion Ergebnis - Retromobile 2014
1971 Alpine A110 1600 Groupe IV Usine / Ex Works verkauft für € 200.256

Bereits im Juli 2010 wurde dieselbe Berlinette im Rahmen den 24h von Le Mans Classic erstmalig einer ARTCURIAL Versteigerung zugeführt. Zum damailgen Zeitpunkt erzielte diese geschichtsträchtige 1600S Gr. IV einen Verkaufserlös von €141.500.

Bei der diesjährigen Retromobile in Paris kam sie erneut unter den Hammer. Scheinbar wurde zwischenzeitlich am Fahrzeug nur unwesentlich gearbeitet, entspricht das Fahrzeug doch nach wie vor dem Evolutionsstandard von 1973 und nicht dem von 1971, als das Fahrzeug als 1600S Gr. IV mit schmalem Karosseriekleid das Werk verlassen hat.

Dennoch zeigt sich ein klarer Aufwärtstrend in der Wertentwicklung ehemaliger Wettbewerbsfahrzeuge, hat doch diese Berlinette nur 4 Jahre später trotzdem einen deutlichen Wertzuwachs erfahren. Bleibt zu hoffen, dass sich der neue Eigentümer einer originalgetreuen Rekonstruktion des Fahrzeuges annimmt, um das Erscheinungsbild der Zeit Ihrer größten Erfolge wieder herzustellen. Das Fahrzeug mit seiner interessanten Historie hätte dies sicherlich verdient.

21-26/6/1971 Coupes des Alpes, 24 Darniche/Mahé - 1. Platz
13-14/7/1971 Course de Côte de Tancarville, Thérier - 9. Platz
1971 Course de Côte de Pouillé les coteaux, 59, Thérier - 7. Platz
17-25/9/1971 Tour de France, 118, Nusbaumer/Laverne - ausgeschieden
1971 Rallye Dôme Forez, 4 Depailler/Vasset -1. Platz
1/1972 Ronde de Serre Chevalier, 27 Thérier, 2. Platz



 

Weitere Informationen: http://www.artcurial.com/en/asp/results.asp

24.01.2014
ARTCURIAL Auktion - Alpine A110 1600 Groupe IV Usine
Retromobile Paris 05.- 09.Februar 2014

Ein weiterer Ex-Werkswagen aus 1971 steht zum Verkauf. Zum wiederholten Male sucht dasselbe Fahrzeug auf der diesjährigen Retromobile in Paris einen neuen Besitzer. Im Juli 2010 wurde diese Berlinette im Rahmen der ARTCURIAL Auktion bei den 24h von Le Mans schon einmal versteigert und verkauft für ca. 140.000,-- Euro.

Diese 1600S Gr. IV aus 1971 hat eine interessante Geschichte - namhafte Werkspiloten wie Darniche, Thérier oder Nussbaumer pilotierten diese Berlinette. Das Werksteam Darniche/Mahé konnte gar mit dieser Berlinette den Gesamtsieg der Rallye "Coupes des Alpes 1971" erringen.

Jedoch, auch diese Berlinette präsentiert sich leider deutlich abseits des eigentlich ihr gebührenden Originalzustandes. Die ersichtlichen upgrades des Fahrzeuges wie z.B die große Kühleröffnung, die Kotflügelverbreiterung "ailes plates" und weitere kleine Details entsprechen nicht der Homologation des Jahres 1971. Das Fahrzeug wurde auf den Homologationsstand von 1973 adaptiert.
 

Weitere Informationen: http://www.artcurial.com/en/asp/fullcatalogue.asp?salelot=2400+++++422+&refno=10468581&image=15

23.01.2014
1er LEGEND SHOW CIRCUIT SERRE CHEVALIER
Ein Traum wurde wahr

Am 18. und 19. Januar 2014 fand auf dem Circuit Serre Chevalier die 1. Legend Show für historische Rallye-Autos der Gruppen B, A und 4 statt.

Der Circuit Serre Chevalier liegt im Departement Hautes Alpes ca. 95 km von Grenoble entfernt in einer Höhe von 1450 müNN. Der Circuit Serre Chevalier ist ein Automobilstadion mit einer von Schneewällen seitlich begrenzten Strecke.
Die Länge des Kurses beträgt rund 800m bei einer Breite von 10 bis 16 m. Das natürliche Eis der Fahrbahn hat eine Stärke von 25 bis 60 cm. Die Kurven sind sehr unterschiedlich und durch schnelle gerade Teilabschnitte unterbrochen.

Seit 40 Jahren finden auf dem Circuit Eisrennen statt. Mit der 1.Legend Show hat der Veranstalter Claude Laurent 3 Ziele verfolgt:
- Eigentümern von legendären Rallye-Autos das faszinierende Fahren auf Eis zu ermöglichen
- Rallyefans die Möglichkeit zu bieten, als Copilot mit zu fahren
- Zuschauern das Fahrkönnen ruhmreicher Piloten der 60/70/80 er Jahre zu zeigen

Wer hat nicht schon davon geträumt, in einer Alpine A110 neben Jean Pierre Nicolas, im Lancia S4 neben Bruno Saby, im Lancia Delta Integrale neben Miki Biasion, in einer Alpine A310 neben Bob Neyret sowie im Lancia Stratos, Lancia 037, Peugeot 205 T16, R5 Turbo oder im Fiat 131 Abarth zu sitzen und atemberaubende Drifts zu erfahren.

Diesen Traum zu genießen, haben mir Jean Pierre Nicolas und Gilles Vallerian erfüllt. Gilles Vallerian ist Besitzer der Alpine A110 mit dem Kennzeichen 8694 HG 76, die unter J.P. Nicolas/M. Vial den 3. Gesamtrang bei der Rallye Monte Carlo im Jahr 1973 erzielt hat. Dieses Original-Auto hat Gilles Vallerian bei der 1.Legend Show J.P. Nicolas für Demonstrationsfahrten zur Verfügung gestellt.
Als Gilles Vallerian mir bestätigte, das J.P. Nicolas zugesagt hat, mit seiner Berlinette bei der Legend Show einige Runden zu drehen und ich als Copilot in der A110 mitfahren kann, war die Erfüllung eines lang gehegten Traumes unmittelbar in Aussicht.
Mit viel Vorfreude habe ich die 730 km lange Anreise in Angriff genommen. Am Samstag, den 18.01.2014 durfte ich morgens und gegen Abend jeweils für ca. 10 Minuten neben J.P. Nicolas als Copilot in der A110 Platz nehmen.
Der aus Marseille stammende J.P. Nicolas wurde zwischen 1970 und 1980 für viele Rallyefans ein Idol - Sieger von 6 Weltmeisterschaftsrallyes, der Monte Carlo, der Tour de Corse, der Kenia-Rallye, der Rallye Portugal, der Rallye Maroc sowie der Rallye Elfenbeinküste.

Die Fahrten mit J.P. Nicolas waren beeindruckend und faszinierend. Auch im Alter von 69 Jahren bewegte J.P. Nicolas die heckgetriebene A110 auf Schnee und Eis mit Leichtigkeit und Präzision so schnell, dass er die meisten anderen Teilnehmer überholte. Nur Bruno Saby mit einem 4-Rad-getriebenen Lancia Delta Integrale war schneller.

Es war eine unvergessliches Erfahrung, das Fahrkönnen von J.P. Nicolas in der A110 auf Schnee und Eis zu erleben.

(Text & Fotos: WOLFGANG JAKOBS)

 
Jean Pierre Nicolas am Steuer mit Wolfgang Jakobs
Gilles Vallerian & Jean Pierre Nicolas
Jean Pierre Nicolas & Wolfgang Jakobs

22.01.2014
Grand Prix Bulgaria 1972
Racing Action in Bulgarien

Namen wie Jean Luc Thérier oder Jean Pierre Nicolas sind wohl jedem Alpine Fan geläufig, doch wer kennt schon die Namen bulgarsicher Alpine Piloten aus den frühen Siebzigern? Tchoubrikov, Gurlev,Takov und Co. liesen es jedenfalls ordentlich krachen auf den Flugplätzen und Rallyepisten Bulgariens.

Der Streifen "Grand Prix Bulgaria 1972" liefert jedenfalls den Beweis, dass die Bulgaralpines dort hart rangenommen wurden. Unter den unzähligen Bulgaralpines verbergen sich dem aufmerksamen Betrachter jedoch auch 2 Wettbewerbswagen aus Dieppe.

Wer der bulgarischen Sprache mächtig sein sollte, findet vielleicht sogar Gefallen an der Story des Films. Wir freuen uns jedenfalls an den spektakulären und absolut sehenswerten Fahrszenen dieser bulgarischen Produktion.

Weitere Informationen: http://vbox7.com/play:mfc769e139

20.01.2014
Auktion Ergebnis GODDING & CO. Scottsdale
Das Auktionsergebnis lag wie von uns erwartet nur am unteren Ende der erwarteten Preisspanne von 300-400.000,-- US$.
Dies dürfte u.a. dem Zustand dieser Berlinette geschuldet sein, welcher in vielen Details nicht dem originalen Auslieferungszustand entsprach.
 
A110 1800 2585HF76 im Orginalzustand in Chamonix 1973
A110 1800 2585HF76 im Orginalzustand in Chamonix 1973

Weitere Informationen: http://www.goodingco.com/vehicle/1973-alpine-a110-1800/

14.01.2014
Alpenfahrt 1973 - 2013 / Rückkehr in die Alpen
neues Video online

Ende November 2013 begaben wir uns auf die Spuren der Alpenfahrt 1973 in die österreichischen Alpen, um mit der ehemaligen Werks-Berlinette von Jean Pierre Nicolas einen neuen Videoclip zu produzieren.

Jean Pierre Nicolas pilotierte in 1973 seine Berlinette mit dem Kennzeichen 9846HL76 mit vollem Einsatz und Risiko auf knochenharten Schotterpisten am Ende auf den 5. Gesamtrang und sicherte so der „Equipe Trikolore“ wertvolle Punkte für die Rallye Weltmeisterschaft.

Mit etwas weniger Tempo und Risikobereitschaft und selbstverständlich auf Asphalt - dafür jedoch mit Leidenschaft und Tatendrang versuchten wir einige eindrückliche und dynamische Szenen auf der Passstraße des Furkajochs mit der Kamera festzuhalten. Die Kombination der neuen Aufnahmen mit den historischen Szenen von 1973 sollte den Brückenschlag von 40 Jahren ALPINE – Zeitgeschichte eindrucksvoll dokumentieren.

An dieser Stelle nochmals herzlichen Dank an HELMUT DEIMEL, welcher uns freundlicher Weise die historischen Sequenzen der Alpenfahrt 1973 zur Verfügung gestellt hat.

Ebenso herzlichen Dank an das junge Filmteam von DRIVERSPASSION, welche uns bei unseren Foto- und Filmprojekten mit leidenschaftlichem Engagement begleiten.

Zum Betrachten des Videoclip`s folgen Sie bitte dem unten stehenden link. Viel Spaß!

 

Weitere Informationen: http://www.youtube.com/watch?v=NJMckky04fA

06.01.2014
Restauration update A110 1100 Tour de France Vol. 3
"roll out" - Januar 2014

Im Laufe eines Jahres erreichen uns immer öfter Anfragen von Alpine Interessenten, welche sich eine originalgetreue Berlinette in Ihrer Garage wünschen. Beim Objekt der Begierde handelt es sich in den allermeisten Fällen um eine A110 1600S oder gar 1800 Gr. IV, alpine-blau, selbstverständlich in breiter Ausführung – eben wie sie damals Anfang der 70er von Thérier, Darniche & Co. über die Rallyepisten gehetzt wurden. Wen wundert es, ist dies doch das allgemein vorherrschende Wunschbild vieler, bezüglich einer Alpine A110.

Doch Obacht, die Geschichte von Alpine begann bereits fast 10 Jahre zuvor – Anfang der 60er Jahre, als die schmalen, fast schon zierlich anmutenden Berlinetten von Jean Rédélé erste Lorbeeren einfuhren.
Dennoch, eine A110 1100 „Tour de France“ gerät meist nicht in den Fokus eines Suchenden – zu schmal, zu unscheinbar, zu unspektakulär mag ihr Erscheinungsbild in der heutigen Zeit anmuten.
Zweifellos stellt sie jedoch unter den unterschiedlichen A110 Varianten das seltenste und am schwersten zu findende Exemplar dar.

Ohne Frage offenbart eine A110 1100 TdF. dem aufmerksamen Betrachter durchaus Reize der speziellen Art, welche mitunter erst auf den zweiten Blick augenfällig werden. Eine superleichte Karosserie ohne Kotflügelfalze, schmale 15“ Räder in engen Radhäusern gepaart mit den langen Zierleisten längsseits sind charakteristisch für die elegante Linienführung einer Berlinette aus den frühen 60er Jahren.
Die Wettbewerbs-Versionen erhielten für den nötigen Durchblick MARCHAL Zusatzscheinwerfer und zur Bewältigung langer Überbrückungsetappen auf Wunsch einen zweiten Kraftstofftank hinter den Sitzen - den Kraftstoff Zufluss variabel anwählbar durch einen Umstellhahn der Marke LEBOZEC, selbiger platziert zwischen den Sitzen.
Ein spezieller Schalensitz war nur auf der Fahrerseite vorgesehen – der Co. musste auf serienmäßigem Gestühl Platz nehmen. Allerlei nützliche „Rallye–Gimmicks“ wie eine heizbare Frontscheibe, JAEGER Zusatzinstrumente, DUCELLIER Stromkreis-Unterbrecher , HEUER Borduhren sowie eine flexible Leselampe komplettieren das Equipement für die Besatzung. Unnötigen Luxus und Komfort sucht man vergebens.

Das große SPEEDWELL Holzlenkrad mit 39cm Durchmesser, eine kurze Lenkübersetzung sowie die 15“ Bereifung vermitteln noch heute ein völlig spezielles Fahrgefühl. Spielerisch leicht lässt sich diese Berlinette bewegen und auf Bergstraßen um enge Kurven zirkeln. Der drehfreudige 1296ccm Gordini Motor hat wenig Mühe, das mit einem kurzen 5-Gang Schaltwerk ausgerüstete Fahrzeug scheinbar mühelos zu hohen Fahrleistungen anzutreiben.

„Fahrspaß pur“ – geradezu gierig folgt sie den gezackten Windungen enger, kurvenreicher Bergstraßen und es ist eine wahre Freude wie drehfreudig und agil, wendig und fast schon federleicht sie sich über Berg und Tal jagen lässt.

Eine deutlich schwerere und eher hecklastige 1600er Berlinette dürfte ihre wahre Mühe haben, auf kurvenreicher Fahrt dieser A110 1100 „Tour de France“ zu folgen.

 
restoration completed - workshop roll out january 2014